

Dennis Sheehans Landschaften wirken weniger wie beobachtete Orte als vielmehr wie erinnerte Orte.
Ausgebildet in den Traditionen der Boston School, wird Sheehan seit langem für seine Arbeiten bewundert, die die tonale Tiefe der Landschaftsmalerei des neunzehnten Jahrhunderts in sich tragen, während sie dennoch ganz seine eigenen bleiben. Seine Gemälde werden oft mit der Schule von Barbizon und dem amerikanischen Tonalismus in Verbindung gebracht, aber was sie dauerhaft macht, ist nicht einfach nur die Abstammung. Es ist die Innerlichkeit des Werkes selbst: das Gefühl, dass diese Landschaften ebenso sehr aus Erinnerung, Gefühl und Atmosphäre wie aus dem Anblick entstehen.
Geboren 1950 in Boston, studierte Sheehan an der Vesper George School of Art und der Montserrat School of Visual Art und später bei Robert Cormier und Richard Whitney. Diese Ausbildung gab ihm ein starkes Fundament, aber seine Gemälde wirken nie akademisch. Was stattdessen auffällt, ist ihre Zurückhaltung – die Art und Weise, wie sie sich zurückhalten und Schatten, Stille und subtile Tonverschiebungen die eigentliche Arbeit überlassen.
Wie George Inness, ein Künstler, dessen Einfluss oft in Bezug auf sein Werk erwähnt wird, interessiert sich Sheehan weniger für malerische Details als für die Atmosphäre. Bei seinen Landschaften geht es nicht um Beschreibung um ihrer selbst willen. Es geht darum, wie sich Licht anfühlt, wenn es zu verblassen beginnt, wie sich ein Feld in den Abend legt, wie ein Baumhain Gewicht, Stille und Geheimnis auf einmal tragen kann.

Das ist ein Teil dessen, was dem Werk seine Kraft verleiht. Diese Gemälde kündigen sich nicht laut an. Sie ziehen den Betrachter allmählicher in ihren Bann. Licht scheint aus ihnen aufzusteigen, anstatt über die Oberfläche zu fallen. Die Stimmung entsteht durch den Ton, sanfte Kanten und dick aufgetragene Farbschichten, die den Landschaften ihre leise physische Präsenz verleihen.
Es gibt auch etwas zutiefst Persönliches in der Art, wie Sheehan die Natur angeht. Seine Gemälde entstehen oft im Atelier aus der Vorstellungskraft, was erklärt, warum sie weniger an eine bestimmte Ansicht als an einen Gemütszustand gebunden sind. Sie deuten die Landschaft an, ohne sie zu sehr festzulegen. Das Ergebnis ist ein Werk, das kontemplativ, vertraut und dauerhaft wirkt.
Für Sammler bieten Dennis Sheehans Gemälde eine Art dauerhafte Ruhe. Sie sind in der Landschaft verwurzelt, aber es geht wirklich um Stimmung, Erinnerung und die langsame Kraft des Lichts, das durch den Schatten hervorbricht. Ihre Schönheit ist eher beständig als dramatisch, und diese Beständigkeit ist ein Teil dessen, was sie so unvergesslich macht.




